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VERBORGENE GESCHICHTEN AUS BADEN-WÜRTTEMBERG [4] "Mikhail"

Theater kennt keine Grenzen


Der Direktor des großen russischen Theaters aus Ufa mit der Dolmetscherin im Dialog. Know-How-Transfer und Gedankenaustausch im Renitenztheater.
Nach der Geschichte, die Aigul aus Baschkortostan nach Baden-Württemberg gebracht hat, öffnet eine weitere Begegnung neue Räume zwischen den Menschen aus Ost und West: Mikhail Rabinovich, der Direktor des Staatlichen Russischen Akademischen Dramatischen Theaters in Ufa, ist mit dem Dialog-Projekt "Berufliche Kompetenzen im europäischen Kontext: Ufa-Überlingen-Stuttgart" nach Stuttgart gekommen.

Von Gabriele Loges

Die Delegation des UNESCO-Komitees der russischen Republik Baschkortostan folgt den Spuren des Zeitgeistes mit Begegnungen in Kunst und Bildung, mit Künstlern und Kunstveranstaltungen. Die russische Delegation möchte die kulturelle Vielfalt auf den Bühnenbrettern in Baden-Württemberg kennenlernen. Mikhail Rabinovich sucht dabei auch neue Kontakte, Wege und Verbindungen für seine Theaterarbeit in Ufa.

Auf einigen Stationen werde ich als Autorin den Theaterdirektor begleiten. Auf diese Weise kann ich sehen, was er sieht, kann ihm zusehen, ihn fragen und ihm ein wenig näher kommen. Ich habe mich auf den Weg gemacht, ihn zu finden und seine Geschichte zu erzählen.

Im Fokus der Erzählerin


Bereits im letzten Jahr konnte Mikhail Rabinovich mit seinem Theaterensemble in Bad Wildbad im Schwarzwald sein derzeitiges Erfolgsstück aufführen. Heute wie damals haben Prof. Gerdi Sobek-Beutter aus Stuttgart und die UNESCO Baschkortostan diesen einzigartigen Kulturaustausch ermöglicht. Mit dem Gastspiel die "Blaue Kamee" (vgl. Verborgene Geschichten [2]), einem Musical über die Zarin Katharina die Große, hatten Mikhail Rabinovich und sein Ensemble einen fulminanten Erfolg. Die Mischung aus Tradition und Moderne, das Spiel um – wie es im Untertitel heißt – "Liebe, die über Macht, Intrige und Verrat triumphiert" kam auch beim deutschen Publikum bestens an. Die Inszenierung sagt auch etwas über den Intendanten des Stücks aus: Mikhail ist ein Mensch, der die Geschichte in die Zukunft einbindet, einer, der offen ist für das Neue, ohne das Alte zu vergessen oder gar zu verleugnen.

Die Themen der Menschen, so scheint es, sind international. Das Verstehen funktioniert in der Kunst oft ohne Worte, auch wir, Mikhail Rabinovich und ich, die wir beide mit Sprache arbeiten, müssen uns während dieser Begegnung häufig mit Bildern und Gesten behelfen, wir tun das, was auf den Bühnen der Welt eine Inszenierung bewerkstelligt – im wahrsten Sinne des Wortes.

Im Visier der Kamera


Zusammen mit dem Regisseur Dieter Zimmermann von "zimmermannfilm" begleiten wir Mikhail Rabinovich zur Akademie Schloss Solitude, im Anschluss und auf Einladung von Matthias Kipp, Community Outreach des Stuttgarter Balletts, in das Ballett "Kameliendame". Wir besuchen die Theaterstücke "Homo Faber" und "Fragile", erhalten eine Führung im Kunstmuseum in der Rudolf-Steiner-Ausstellung, besuchen die Galerie Michael Sturm, in welcher zeitgenössische Malerei und Objektkunst präsentiert werden. Wir gehen mit Mikhail durch die Stadt Stuttgart und die Weißenhofsiedlung, zu der Musikgruppe "Tango Five" und ihrem Programm "Schluss mit lustig" sowie in das Theaterhaus mit dem Ensemble "Flöz-Family": "Ristorante Immortale".

Ein reichhaltiges Angebot mit vielen Kunstschaffenden, die gerne mit den Gästen aus Baschkortostan ins Gespräch kommen, steht auf dem Programm. Es entwickeln sich für Mikhail Rabinovich spannende Dialoge im Renitenztheater, im Schauspielhaus mit dem Chefdramaturgen Dr. Jörg Bochow und der Dramaturgin Anna Gubiani. Auch mit David de Villiers im Theaterhaus und in der "Akademie Schloss Solitude" mit dem Regisseur des Medienkunstwerks, einer Theaterminiatur über die Ressourcen Erdöl und Freundschaft "The Four of the Gas Station", Max Schumacher, tauschen sich die baschkirischen Gäste aus. Gegenseitiges Interesse und das Kennenlernen anderer Blickwinkel stehen auch bei privaten und öffentlichen Kultureinrichtungen, wie der "Kulturgemeinschaft Stuttgart e.V." und der Stadt Stuttgart, im Mittelpunkt.

Im gemeinsamen Sehen und dem Austausch darüber – bei dem Mikhail und mir Menschen helfen, die sowohl russisch als auch deutsch sprechen – eröffnen sich uns Räume, nicht nur der Begegnung, sondern auch des Verstehens und der Zuneigung.

Mikhail Rabinovich ist ein weltoffener Mensch, der im letzten Weltkrieg geboren wurde, in diesem seinen Vater verloren hat und heute sagt: "Deutschland und die Deutschen sind ganz anders, als es mir von klein auf gesagt wurde."

Machen wir uns auf den Weg, das "Andere" mit ihm zu erkunden.


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  VERBORGENE GESCHICHTEN AUS BADEN-WÜRTTEMBERG [5] "Zulfiya"
  VERBORGENE GESCHICHTEN AUS BADEN-WÜRTTEMBERG [4] "Mikhail"
  VERBORGENE GESCHICHTEN AUS BADEN-WÜRTTEMBERG [3] "Aigul"
  VERBORGENE GESCHICHTEN AUS BADEN-WÜRTTEMBERG [2] "Blaue Kamee"
  VERBORGENE GESCHICHTEN AUS BADEN-WÜRTTEMBERG [1] "Ilyas"
 
o  Akademie Schloss Solitude
o  Kosmos Rudolf Steiner
o  Galerie Michael Sturm



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